Mein Weg nach Happyisland

IMG_9778

Wow, jeden Tag denke ich an diesen, an meinen Blog. Jeden Tag denke ich mir, dass ich morgen wieder einen Beitrag schreibe, dann verschiebe ich es auf das kommende Wochenende und dann ist das Wochenende ja doch schon wieder vorbei, aber ich habe doch all diese Dinge in meinem Kopf, all diese Erlebnisse der letzten Wochen, der letzten Monate, ich muss das doch endlich loswerden. Und warum überhaupt diese Überschrift? Dazu komme ich dann nun endlich in diesem Blogpost.

IMG_9778

In den letzten Monaten, man kann fast schon sagen in den letzten knapp 2 Jahre hing ich in vielerlei Hinsicht in der Luft. Ich habe oft an mir gezweifelt, an dem was ich mache, an dem was ich nicht mache…

Ihr könnt euch nicht vorstellen an wie vielen Tagen ich langweilig zuhause auf dem Sofa lag, ein ganzes Wochenende lang und viele Dinge, manchmal sogar sehr wichtige Dinge verschoben habe, aber dies hat nun ein Ende.

Früher hatte ich massenhaft Freunde, noch viel mehr Bekannte, ich war ständig unterwegs, manch Wochenende begann nach der Schule am Freitag mit Arbeiten bis zum späten Arbeit, ab ins Partyoutfit, bis morgens wurde gefeiert, zwei bis drei Stunden Schlaf, arbeiten, feiern, kurz schlafen und wieder arbeiten. Und Montag morgen ging es dann völlig gerädert wieder in die Schule. So ist das Leben, wenn man mit 18 meint ausziehen zu müssen, aber vielleicht berichte ich darüber mal. Ich kannte quasi jeden Menschen in meiner Stadt und in der Umgebung oder aber die Leute kannten mich.

All das änderte sich dann mit meinen zarten 21 Jahren, als ich anfing „richtig“ zu arbeiten. Ich musste am Wochenende arbeiten, hunderte Kilometer weg von meiner Heimat, wenn ich Freitags doch nach Hause kam war ich einfach müde und das nahmen mir mit der Zeit einige Menschen übel. Die Kontakte wurden weniger und irgendwann, ihr kennt das vielleicht, gratuliert man sich bei Facebook einmal jährlich zum Geburtstag und das war es wieder. Außerdem machten nun auch nach und nach viele Freunde Abitur, gingen nach Australien oder studierten 1000 Kilometer entfernt in München, arbeiteten in Frankfurt oder verliebten sich in das Leben auf Mallorca. Und wie das nunmal so ist, die Kontakte bestehen mit Glück noch darin bei Facebook befreundet zu sein.

Natürlich muss ich ganz ehrlich zugeben, dass ich stets nicht unschuldig an dem schwindenden Kontakt war, manchmal hatte ich auch einfach mal keine Lust etwas zu unternehmen und ja, ich war eine Zeit lang großartig in Events und Verabredungen abzusagen. Selbst Schuld würde ich sagen, aber ganz ehrlich? Diese Menschen passten einfach nicht mehr zu mir, nicht mehr in mein Leben.

Vor knapp zweieinhalb Jahren kam ich nach 5 Monaten im Ausland mitten in der Nacht zurück nach Hause, meine Wohnung war geschmückt, kleine Aufmerksamkeiten und Cupcakes standen zur Begrüßung da und ich habe mich unglaublich gefreut, dass meine beste Freundin mich nicht vergessen hat. Wir waren vorher unzertrennlich, haben uns quasi jeden Tag gesehen und wenn nur für 5 Minuten, aber das war uns wichtig. Da wir 200 Meter voneinander entfernt wohnten war das kein Problem. Ich hatte die Erwartung alles würde wie früher sein, aber ich wusste sie hatte sich in meiner Abwesenheit verliebt. In den kommenden 3 Monate sahen wir uns drei Mal. Einmal sogar, weil ich gerade bei einem gemeinsamen Freund war und sie zufällig vorbei kam. wir gratulieren uns auch heute noch zum Geburtstag – natürlich auf Facebook.

Die verbleibenden Freunde sah man nun also mal hier und da und ich muss gestehen, dass ich mich zunehmend allein fühlte, aber da ich mich einfach nicht gerne betrinke war ich ungern mit zu gewissen Veranstaltungen und habe es lieber bleiben lassen.

Bekanntlich bekam ich das Angebot von meinem Arbeitgeber für drei Jahre nach England, direkt um die Ecke von London zu ziehen und da habe ich nicht lange überlegt, sondern einfach direkt zugesagt. Ich dachte ich könne hier quasi neu anfangen, neue Leute kennenlernen und werde sicher ein hochspannendes Leben haben.

IMG_0718

Anfang des Jahres lernte ich dann in der Tat ein paar Au-Pair Mädels in meiner Stadt kennen, aber der Altersunterschied war in meinen Augen zu groß um mehr als mal einen Kaffee trinken zu gehen. Dann freundete ich mich mit meinem Arbeitskollegen an, jedoch sind wir einfach super verschieden, haben total verschiedene Interessen. Er fährt nach London rüber um sich zu betrinken und ich mag etwas sehen und unternehmen – das war also auch nicht das Richtige. Nun fragt ihr euch vielleicht wann ich endlich von den höflichen und freundlichen Engländern rede? Tja, das sind hier die meisten, jedoch ist es einfach nur eine Fassade. Die Engländer werden euch zum Essen einladen alla „Du musst unbedingt mal zu uns zum Dinner kommen“, jedoch ist das nur ein Spruch und du wirst in 99 Prozent niemals eine Einladung erhalten. Ich warte nun seit acht Monaten auf die Einladungen 😉 Die männlichen Engländer in meinem Alter wollten immer nur eine Freundin aus einem anderen Land haben, mein Highlight war ein Mann, der für mich Deutsch lernen wollte, von Kindern redete und schon unsere Fahrgemeinschaft nach dem täglichen gemeinsamen aufwachen plante, da er direkt um die Ecke von mir arbeitet – wir hatten uns noch nie privat getroffen. Es ist sicher nicht jeder so, aber das sind meine bisherigen Erfahrungen in Nicht-London wo es international und offener ist. In London ist es toll und einfach Leute kennenzulernen und so treffe ich mich durchaus hin und wieder einfach mit fremden Leuten

Tja… So saß ich hier nun im Juli. Das Wetter war doof, ich hatte niemanden mit dem ich etwas unternehmen konnte (oder wollte) und ich war sowas von Urlaubsreif. Klar, eine Woche später sollte meine Tante zum Londonbesuch kommen, aber die Tante, so sehr wir uns auch mögen, ist eben doch die Tante und meine ist ein toller, aber weltfremder und in vielen Punkten unmoderner Mensch.

Sonne. Ich muss in die Sonne. An einem Dienstag Abend Im Juli saß ich nun also am Macbook und durchforstete dutzende Internetseiten mit Last-Minute Angeboten und plötzlich tippte ich dann auch schon meine Zahlungsdaten ein. Griechenland, Kos – ein Ort mit garantiert tollem Wetter sollte es werden.

Wer mit mir im Unlieb war? Me, myself and I.

Wie ich es fand alleine in den Urlaub zu fliegen und vor allem – wie ich es geschafft habe aus meinem selbstgeschaufelten Loch zu klettern und wieso ich wieder unglaublich glücklich bin erzähle ich euch im nächsten Post.

 

Love from Happyisland

IMG_1599 (1)

 

 

Schreibe einen Kommentar